Vojtatherapie

Internationale Vojta Gesellschaft e.V.

Vaclav VojtaProfessor Vaclav Vojta wurde am 12.07.1917 in Mokrosuky / Böhmen (Tschechische Republik) geboren. 1937 begann er mit dem medizinischen Studium an der Karls-Universität in Prag, das er infolge deutscher Besatzung und der Kriegswirren erst 1947 mit der Promotion abschließen konnte. Im gleichen Jahr begann er mit der Facharztausbildung in Neurologie und Kinderneurologie.

Die Entdeckung einer Therapieform
Die von dem Kinderneurologen Prof. Dr. Vojta Anfang der 50-iger Jahre entdeckte, und seitdem systematisch weiterentwickelte Reflexlokomotion (auch Reflexfortbewegung genannt), findet heute ein breites therapeutisches Anwendungsgebiet.
Diese Therapieform wurde auf empirische Weise gefunden, indem Vojta motorische Reaktionen des gesamten Körpers auf definierte Reize in bestimmten Körperlagen beobachtete. Er stellte fest, dass Teile der hierbei entstehenden dynamischen Muskelaktivitäten in nahezu allen menschlichen Fortbewegungsarten wieder zu finden sind.

Was ist Reflexlokomotion und was bewirkt sie?
Der Reflexlokomotion liegen "globale Muster" zugrunde, die von Vojta 1954 entdeckt wurden. Die Be-zeichnung globales Muster bezieht sich auf motorische Reaktionen, die unter Anwendung der Reflexfort-bewegung erscheinen. Hier wird die gesamte Skelettmuskulatur des Körpers in einer bestimmten Koordination aktiviert und das Zentralnervensystem in allen seinen Schaltungsebenen angesprochen.
Neben der Skelettmuskulatur wird auch die mimische Muskulatur, die Augenbewegung, der Schluckvorgang, die Blasen-Mastdarm-Funktion und die Atmung aktiviert. Diese gesetzmäßig ablaufenden motorischen Reaktionen werden durch bestimmte Reize in bestimmten Körperlagen (Rücken-, Seiten-, Bauchlage) ausgelöst und sind jederzeit reproduzierbar. Sie enthalten motorische Bestandteile der menschlichen Bewegungsabläufe wie Greifen, Umdrehen, Robben, Krabbeln und Gehen.
Die globalen Muster stellen die Grundlage der motorischen Rehabilitation von Säuglingen, Kleinkindern, Jugendlichen und Erwachsenen dar. Ziel der therapeutischen Anwendung der Reflexlokomotion ist, die automatische Steuerung der Körperhaltung, die Stützfunktion der Extremitäten und die dafür erforderlichen koordinierten Muskelaktivitäten zu bahnen. Diese Fähigkeiten sind bei jeder zentralen und peripheren Schädigung des Nervensystems oder Bewegungsapparates mehr oder weniger gestört.
Die sich daraus entwickelnden pathologischen Ersatzmuster können mittels der Reflexlokomotion umges-taltet und damit in ihrer Ausprägung reduziert oder sogar verhindert werden.
Die Therapie wird von mir alters- und einzelfallabhängig eingesetzt.
Weitere Informationen unter www.vojta.com

 

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